Wir kennen das zum Glück schon von der großen Prinzessin: etwa eine bis zwei Stunden nach dem Einschlafen kommt ein Schrei aus dem Kinderzimmer, ich stürze nach oben, der kleine Prinz sitzt im Bett und weint Herz zerreissend. Ich krabbel also über die (zum Glück tief und fest schlafende Prinzessin) und rede leise und beruhigend auf den Prinzen ein.

Sollte ich nämlich den Fehler begehen, ihn tröstend in den Arm nehmen zu wollen, schaltet der Prinz die Sirene ein, schlägt um sich und versucht, sich zu befreien.

Der Nachtschreck (Parvor nocturnes) hat wieder zuschlagen. Dabei sind die Kinder nicht wirklich wach, auch wenn die Augen offen sind. Es gleicht eher dem Schlafwandeln, nur das die Zwerge dabei ganz schrecklich weinen. 

Das war auch schon bei der Prinzessin das  Schwerste daran: mein Baby weint, aber ich kann es nicht in den Arm nehmen und trösten, weil es die Sache nur noch schlimmer macht. Statt dessen abwarten, beruhigen, aufpassen, dass sich’s nicht weh tut. Nach fünf bis zehn Minuten ist der Spuk vorbei, der Zwerg wacht kurz auf, lässt sich kuscheln und schläft kurz darauf wieder ein.

Zum Glück tratschen wir Mamas ab und zu und so hat mir einer Freundin verraten, dass ihr kleiner Sohn das sich hatte; immer dann, wenn er beim schlafen geschwitzt hat. Seither decken wir den Prinzen (der immer mit Body, Leiberl, Hose und Socken schläft und trotzdem eine Decke zum Einschlafen verlangt) immer ab. Der Nachtschreck ist seitdem nur noch sehr zu Gast.

Das scheint auch das Geheimnis zu sein, warum die große Prinzessin nicht so oft nachtgeschreckt war, wie ihr kleiner Bruder: sie wollte immer nackig schlafen und nur mit leichter Decke, hat also nicht so stark geschwitzt. Der Nachtschreck ist bei der großen Prinzessin wieder verschwunden als sie etwa dreieinhalb Jahre alt war. Statt dessen geht sie jetzt Schlafwandeln…

Der Nachtschreck kommt übrigens unabhängig davon, ob der Prinz alleine, mit seiner Schwester oder neben mir schläft…