Der kleine Prinz ist in seiner Autonomie- (aka Trotz-)Phase angekommen. Alles will er selber machen. Selten darf ihm ein Erwachsener helfen. Vieles funktioniert nicht so, wie er sich das vorstellt. Meistens wird er dann fuchsteufelswild. Hüpft wie das Rumpelstilzchen, schreit und brüllt.
Und wir sitzen – mehr oder weniger – hilflos daneben. Weil ihn jetzt keiner angreifen darf. Oder ansprechen. Oder anschauen.
Oft verraucht der Zorn schon nach ein paar Minuten und zurück bleibt ein geknickter kleiner Prinz.
Ganz schlimm ist es natürlich, wenn er müde und/ oder hungrig ist. Da dauert es viel länger, bis sich der Zorn wieder in Luft aufgelöst hat.
Und dann darf man ihm doch noch helfen. Helfen, nicht alles aus der Hand nehmen!

Das kann ganz schön anstrengend sein. Für uns, aber auch für ihn. Er sieht tagtäglich, was die große Schwester schon alles kann, was Mama und Papa alles tun können. Und muss selber so hart kämpfen, um dann oft doch nicht zufrieden zu sein.
Ich glaube, er merkt gar nicht, wie große Fortschritte er macht.

Ich selber habe von der großen Prinzessin gelernt, wie man als Mama mit solchen Zornteufelchen umgeht: vor allem ruhig bleiben. Auch wenns noch so schwer fällt. Die Zwerge sind nicht zornig, weil sie uns damit ärgern wollen.

Und dann, eines Tages, wird auch diese Phase vorbei sein. Er wird selber Roller- und Laufrad fahren können. Er wird selber sein schweres Holzstockerl zur Küchenarbeitsplatte schieben können, um mir beim Mixen zu helfen. Er wird eine gerade Linie schneiden und zeichnen können. Er wird sich nicht mehr vor dem lauten Stabmixer fürchten.