Anfang April hat die beste Freundin der großen Prinzessin Geburtstag. Und natürlich gibt es jedes Jahr eine tolle Geburtstagsfeier bei ihr Zuhause. Bisher waren auch immer die Mamas eingeladen – eine Menge Arbeit für die Gastgeber …

Mit sechs Jahren ist man dann aber endlich groß genug, um ohne Mama auf eine Party zu gehen. Deshalb waren wir Mütter bei der Feier gestern auch explizit ausgeladen. Wer mein Kind kennt, kann sich denken, dass ich mit da meine eigenen Gedanken gemacht hab … auch, wenn S. nur vier Stockwerke über uns wohnt.
Und so sah mein Plan aus: Ich würde ein bisschen bleiben, bis die Prinzessinnen ins Spiel vertieft wären. Dann müsste ich dringend nach dem kleinen Prinzen schauen, aber „gleich“ wieder da sein. „Gleich“ ist ja ein dehnbarer Begriff…

Aber erstens kommt es anders … die Mama vom Geburtstagskind hat nämlich angekündigt, dass die Mamas nach dem Kuchen nach Hause gehen würden. Die Prinzessin war entsetzt und ständig wachsam, wann die Mama denn nun gehen würde. Klar, dass ich nicht einfach gehen konnte.
Als die Mädels dann glücklich im Kinderzimmer verschwunden sind habe ich mir ein Herz gefasst und mich kurz und knapp von meinem großen Mädchen verabschiedet. Kurz hat sie geschluckt und ganz glasige Augen bekommen, aber die anderen Mädls haben sie so lieb getröstet, dass sie ihren Kummer schnell wieder vergessen hat. Den Rest der Feier war sie ausgelassen und fröhlich. Obwohl sie nach einer halben Stunde festgestellt hat, dass sie ja eigentlich alleine war.


Beim Abholen hat sie dann festgestellt, dass sie von jetzt an ja öfters allein zu ihrer Freundin gehen könnte. – „Aber nicht jeden Tag!“