Die Vorschulkinder aus unserm Kindergarten gehen heute ins Kino.  Ich finde das prinzipiell super. Die große Prinzessin auch. Aber …

Aber wenn man’s genau betrachtet ist es für die Prinzessin Stress. Viel Stress: wir müssen früher aufstehen; wir müssen uns richtig beeilen; vor dem Ausflug sind alle aufgeregt, es ist laut; auf dem Weg sind alle aufgeregt, es gibt so viel zu sehen; in der Straßenbahn sind alle aufgeregt, dabei sollen die Kinder nicht zu laut sein, andere Fahrgäste könnten sich gestört fühlen; im Kino wird um die besten Plätze gestritten: wer darf neben wem sitzen?; der Film ist laut, zu laut für die sensible Prinzessin.

Also hat die gestern beschlossen, sie möchte nicht mitfahren. (Diesmal geht das, alle Nicht-Vorschul-Kinder bleiben ja im Kindergarten.) Ihre Erzieherinnen haben das zum Glück nicht nur sofort akzeptiert, sondern sie auch in ihrem Beschluss unterstützt. 

Trotzdem hat es heute Früh Tränen gegeben. Alle ihre Freundinnen würden ja mitfahren, sie würde als einzige bei den „Kleinen“ bleiben. Auch, dass sie ihrer Lieblingserzieherin beim „Aufpassen“ auf die „Kleinen“ helfen würde hat sie nicht wirklich getröstet.

Trotz ihren Tränen bin ich furchtbar stolz auf die Prinzessin: sie hört auf ihre Bedürfnisse und ist stark genug, als einzige etwas nicht zu tun.