Das hört sich zunächst mal lustig an – das üblicheBild vom älteren Herren, der in Nachthemd und Schlafmütze am Dachfirst steht, drängt sich ja direkt auf.
In der Realität sieht das Ganze aber ganz anders aus.

Schon als ganz kleines Kind ist unsere Prinzessin immer wieder nachts im Bett gesessen, mit weit offenen Augen, so als wäre sie munter. Oft hat sie dabei irgendetwas gemurmelt, machmal geweint. Nie hat sie sich am nächsten Morgen daran erinnern können.

Heute ist sie zum ersten Mal wirklich aufgestanden und herumgegangen. Das war auch für uns ein Schreck!
Wir sind nämlich nichts ahnend auf der Couch gesessen und haben ein bisschen Ferngeschlafen. Plötzlich ein Geräusch im Babyphone. Also schnell rauf und nachsehen, ob der kleine Prinz eh noch schläft. Im Vorzimmer: Licht (wir haben ein kleines Nachtlicht, das mit Bewegungssensoren funktioniert)! Dann höre ich schon etwas rumpeln. Im hinteren Teil vom Schlafzimmer bewegt sich was.

Die große Prinzessin steht, völlig neben der Spur, vor dem Bastelkasten und versucht, irgendwie da reinzukommen.

Ich nehme sie vorsichtig am Arm und versuche, sie zurück in ihr Bett zu bringen (in letzter Zeit schläft sie immer wieder im eigenen Bett ein), ohne sie aufzuwecken. – Das verursacht nicht, wie immer wieder verbreitet wird, bleibende Schäden, es schreckt sie einfach nur sehr. – Als sie zu weinen beginnt, nehme ich sie hoch und trage sie zuerst einmal aufs Klo und danach ins Bett vom besten Ehemann und Papa von allen.

Aber jetzt ist sie weder munter, noch schläft sie. Ihre Beine und Arme zucken und strampelt immer wieder. Und sie weint immer noch – weil sie sich nicht auskennt und weil sie mit dem Zucken nicht aufhören kann. Alles gute Zureden, alles Streicheln und Im-Arm-halten hilft nichts. Ich bin hilflos. Sie auch.

Dann kommt mir eine Idee: ich habe gelesen, Schlafwandler hätten immer Heißhunger und könnten deshalb nicht wieder richtig einschlafen. Also hole ich ihr ein Gummibärchen; die kann sie immer essen.
Davon wacht sie allerdings endgültig auf, spuckt das Gummibärchen zuerst aus und will dann ein neues 🙂 Und jetzt endlich kann sie mit dem Zucken und Strampeln aufhören und sich beruhigen. Schlafen kann sie allerdings erst, als ich ihr erstens erkläre, dass Schlafwandeln ganz normal ist (sie hatte echt Angst, ernsthaft krank zu sein) und sie zweitens mit in mein Bett nehme. Der beste Ehemann und Papa von allen bleibt nämlich immer noch ein bisschen länger wach und jetzt kann sie unmöglich mehr alleine schlafen …

Ab morgen werden wir wohl unsere Wohnungstür am Abend absperren und den Schlüssel oben aufs Schlüsselbrett legen, wo die Prinzessin nicht hingelangt. Nur zur Sicherheit …