Schon in der Schwangerschaft mit dem kleinen Prinzen hab ich mir oft genug Gedanken gemacht, wie das wohl werden wird, wenn der Kleine dann endlich da ist:
wie wird die Große reagieren?
wird sie ihn akzeptieren?
oder komplett ablehnen?
werden sie bei dem doch recht großen Altersunterschied überhaupt miteinander spielen?
oder hab ich dann quasi zwei Einzelkinder?
was können wir als Eltern tun, um die Liebe zwischen den beiden zu fördern?

Wir haben also schon im Vorfeld mit der großen Prinzessin ziemlich genau besprochen, was da auf sie zukommen wird. Dass wir sie nicht weniger lieb haben, nur weil der kleine Prinz mehr Aufmerksamkeit braucht. Dass sie gerne bei allem, was den kleinen Bruder betrifft, helfen darf, aber nie muss. Dass – auch wenn es eine Weile dauert – er viel von ihr lernen kann (und wird) und sie ihm einiges beibringen kann. Dass das Baby ganz schön schnell wächst und dann nicht mehr ganz so viel Aufmerksamkeit braucht. Dass sie weiterhin bei uns im Bett schlafen darf, wenn sie das möchte.

Wenn ich müde war oder zu unbeweglich (wegen dem dicken Bauch oder dem Bruder im Tragtuch) habe ich versucht, einen anderen Grund dafür zu finden, als den kleinen Prinzen. So hatte ich die „Schuld“ und nicht ihr kleiner Bruder.

Der beste Ehemann und Papa von allen hatte ganze sechs Wochen Urlaub und konnte der großen Schwester so den Neuanfang erleichtern: er war ja da und hat sich stundenlang mit ihr beschäftigt.
Ganz nebenbei haben die beiden dadurch ein viel besseres und engeres Verhältnis bekommen, als sie es vor der Geburt unseres Prinzen hatten.

Ich habe den Kleinen viel getragen, weil ich ohne Kinderwagen viel freier war und viel mehr mit der Großen spielen konnte.

Sie muss nicht alle ihre Spielsachen mit dem kleinen Bruder teilen. Die Dinge, die ihr wirklich wichtig sind räumt sie einerseits weg, andererseits passen auch wir auf, dass er nicht doch mit ihren „Heiligtümern“ spielt.
Sie hat einige Privilegien, weil sie ja schon die Große ist. Das tut ihr gut, hat doch auch der Kleine einige Rechte, die sie schon verloren hat (zum Beispiel getragen zu werden, dafür ist sie mit ihren über zwanzig Kilo einfach zu schwer).

Ich weiß nicht, ob es wirklich daran liegt aber: Die beiden lieben sich! Sie streiten sich oft genug, aber die Zeit, in der sie sich gern haben und miteinander spielen überwiegt bei weitem die Zeiten, in denen der kleine Bruder blöd oder lästig ist oder die große Schwester zu zudringlich oder zu beschäftigt ist.

Mia ist immer sehr besorgt um ihren Konsti, teilt viele ihrer Spielsachen, malt Bilder für ihn, streichelt und knuddelt ihn (auch, wenn er das nicht ganz so gerne hat, er gewöhnt sich grade daran …), bringt ihm Dinge, die er weggeworfen oder verloren hat und spielt mit ihm. Wenn er hinfällt ist sie die erste bei ihm, auch, wenn er sich gar nicht weh getan hat.

Konstantin vergöttert seine Schwester. Er vermisst sie, wenn sie nicht da ist. Nach seinem Mittagsschläfchen geht er zuerst durch alle Zimmer, um sie zu suchen. Und deutet dann auf die Tür, damit wir sie schnell vom Kindergarten abholen gehen.
Mittlerweile toleriert er ihre Kuschelversuche nicht nur, er umarmt und busselt seine große Schwester von sich aus.

Wenn ich die beiden miteinander sehe bin ich einfach glücklich – irgendetwas müssen wir wohl doch richtig gemacht haben 😉