Wieder ist ein Monat um, und wieder hat es der kleine Prinz hauptsächlich an meiner Hand (oder in unseren Armen) verbracht. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich zu vorsichtig bin, ihn loszulassen, oder ob er zu vorsichtig ist, mich loszulassen.

Jedenfalls ist er zur Zeit sehr anhänglich und vor allem auch eifersüchtig! Sobald die große Prinzessin auch nur versucht, mit mir zu kuscheln kommt er angerobbt und will auch. Und das, obwohl er immer noch kein Kuscheltier ist.
Aber auch, wenn wir am Vormittag miteinander allein sind, lässt er keine Sekunde lang meine Hand los. Sogar wenn er grade (scheinbar) versunken spielt, muss ich in unmittelbarer Nähe sein, sonst ist das schönste Spielzeug total uninteressant.

Wir reden hier natürlich nicht für Spielzeug, das für Kinder gemacht wurde. Nein, seine Lieblingsdinge sind alles „Erwachsenen-Sachen“.

  • Der Geschirrspülzer steht immer noch hoch im Kurs. Sobald der aufgemacht wird, muss er hin! Die Klappe für die Tabs auf und zu machen. Das Besteckkisterl ausräumen (vorher schnell die scharfen Messer entfernen!). Die Körbe für’s Geschirr rein und rausschieben. – Immerhin kann ich in dieser Zeit das Geschirr aus- und wegräumen. Meistens.
  • Schneebesen und Rührschüssel sind aber auch sehr beliebt. Am besten, wenn noch ein paar Steinchen oder andere Brösel in der Schüssel sind. Mama rührt ja auch immer so herum, das muss ja Spaß machen!
  • Schuhe! Ich weiß nicht, was ihn daran so fasziniert, aber an Schuhen kann er einfach nicht vorbeigehen. Sie werden aus dem Kasten genommen, hin und her gedreht, gekostet, neu sortiert und mit etwas Glück wieder ins Regal zurückgestopft.
  • Generell räumt er gerne Dinge aus und schlichtet sie anderswo wieder hinein: Töpfe, Strassenkreiden, Socken, Steine, Münzen (die haben im Geldbörserl nix verloren!) – nichts ist vor ihm sicher.
  • Besonders gerne hat er gerade die Gießkanne. Mit der spielt er „Blumengießen“, so wie er es von Mama und Papa kennt 🙂
  • Und vom Aquarium der großen Prinzessin wird er wie magisch angezogen. Dort gibt es nämlich (neben den Fischen) einen Scheibenputzer. Das ist so ein
    kleines viereckiges Ding, das auf einer Seite lauter Noppen hat.
    Es ist magnetisch und kann auf der Aussenseite des
    Aquariums mit einem zweiten Teil hin und her bewegt werden und so die Scheiben innen von Algen befreien. Das Teil, das sich im Aquarium  befindet, schwimmt.
    Irgendwann hat der kleine Prinz begriffen, dass die beiden Dinger sich irgendwie anziehen und ein Spiel daraus gemacht: Außenteil runternehmen – Innenteil schwimmt auf und treibt ein Stück weg. Außenteil an die Scheibe halten – Innenteil kommt angeschwommen und heftet sich wieder an.
    as kann schon mal einen halbe Stunde dauern, bis er sich davon wieder trennen kann…
    Die Fische nehmen’s gelassen – sie kriegen in der Zwischenzeit ein bisschen Futter.
  • Auch Bücher interessieren ihn gerade brennend. Er zeigt auf jedes Bild und will hören, wie das Ding heißt, das er sich gerade ausgesucht hat. Seit er kapiert hat, wie man umblättert, ist er oft zwanzig Minuten mit „Lesen“ beschäftigt.

Besonders wichtig ist ihm gerade seinegroße Schwester. (Knuddeln mag er sich deshalb trotzdem nicht lassen…) Wenn sie mal länger im Kindergarten oder mit Oma und Opa unterwegs ist, sucht er sie nach dem Mittagessen.

Essen will er übrigens selber. Am liebsten mit Messer(n), Gabel(n) und Löffel(n). Immerhin macht die Mama das auch so! Natürlich nur das, was Mama auch isst. Dafür nimmt er sogar in Kauf, in seinem TrippTrapp und nicht auf meinem Schoß zu sitzen …
Wirklich satt wird er so aber nicht, also füttere ich ihn zusätzlich. Und manchmal gibt’s nachher auch noch ein Flascherl.

Zu Mittag kommen auch ein Paar Meisen mit ihren zwei Jungen zum Fressen auf unseren Balkon. Die faszinieren ihn ungemein. Sogar aus dem Augenwinkel sieht er in der Zwischenzeit, wenn eine angeflogen kommt. Dann wird er richtig aufgeregt und ruft „Bä! Bä!“ (Bird).
Als einmal eine junge Meise nicht mehr starten konnte, weil sie sich zwischen Balkongitter und Pflanzenkübel „verirrt“ hatte und ich sie retten musst, war er total begeistert. Ganz still ist er gesessen und hat mir zugeschaut, wie ich vorsichtig das kleine Vögelchen aufgehoben habe. Und wie er gelacht hat, als die Kleine dann wieder fortgeflogen ist! 😀

Gleiches gilt für Flugzeuge („bwwwww“ – für alles, was sich bewegt) und Lichter. Er ist eine richtige Motte und zeigt mir jede Lampe und Laterne, die wir auf unserem Weg sehen. Am glücklichsten ist er, wenn er sie dann auch noch angreifen darf.

Was er immer noch nicht gerne tut ist Schlafen.
Am Vormittag geht es halbwegs: da gehen wir nach dem Mia-in-den-Kindergarten-bringen auf den Spielplatz, wo er sich ein bisschen austoben darf. Gegen halb zehn gehen wir nach Hause, wo er beim Staubsaugen im Babytuch einschläft. Er schläft dann im Bett zwei bis zweieinhalb Stunden, in denen ich die Wäsche mache, blogge, lese, male oder auch mal ein Nickerchen halte.
Am Nachmittag wehrt er sich so sehr gegen den Schlaf, dass ich gar nicht mehr versuche, ihn hinzulegen. Das endet nur in Tränen und Frustration. Am Abend ist er dementsprechend müde und gegen halb acht Uhr sollte er eigentlich schlafen gehen. Weil dann aber oft grade erst der beste Ehemann und Papa von allen nach Hause gekommen ist, ist der kleine Prinz viel zu aufgedreht, um zu merken, wie müde er eigentlich ist. Und so endet der Tag meist erst gegen (halb) neun, wenn auch die Große schlafen geht.