Florian von der Großstadtküste möchte gerne wissen, was wir so beruflich machen. Und weil ich gleich zwei Jobs habe, die mir beide Spaß machen, erzähl ich euch ein bisschen was von mir 🙂

Als ich meinen heutigen Mann, den besten Ehemann und Papa von allen, kennen gelernt habe, bin ich noch zur Schule gegangen. Genauer gesagt in die Handelsakademie. Ich sollte Managerin, Buchhalterin oder etwas ähnliches werden. Wirklich gelegen ist mir das aber nie – ich bin immer nur so grade noch durchgerutscht. Spaß gemacht hat mir alles, was praktisch war. Und mit Natur zu tun hatte.
Der beste Ehemann und Papa von allen hat damals schon studiert und gerade das Fach gewechselt: Biologie. Und er hat mich einmal zu einer Vorlesung mitgenommen: ich war infiziert – das wollte ich auch machen!

Und nach dem Abschluss (in den wichtigsten Fächer gerade noch bestanden …) sind wir gemeinsam nach Wien gegangen.
Durch einen glücklichen Zufall haben sich dann zwei Dinge gleichzeitig ergeben:
zum Einen ein Job. Eine Freundin hat den Abendjob einer werdenden Mama angenommen, auf deren Zweitjob (halbtags) im Naturhistorischen Museum Wien hat sie mich aufmerksam gemacht.
zum Anderen mein Diplomarbeitsthema: Brutverhalten einer bestimmten Grabwespen-Art. Da hat sich  mein Job im Naturhistorischen gleich doppelt ausgezahlt, denn so hatte ich gleich professionelle Unterstützung (Danke, Herbert!!! Ohne dich säße ich immer noch vorm Bino.)

Die Arbeit im Museum macht mir nach wie vor Spaß. Ich lerne viele Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern Europas kennen. Ich kann, dank meiner schulischen Ausbildung, ein wenig mit Zahlen umgehen – und das brauche ich dort jeden Tag. Ich habe richtig Englisch gelernt. Und traue mich, zu verhandeln, nicht gleich nachzugeben.
Und ich habe unglaublich liebe Arbeitskollegen und einen super Chef.

Mein zweiter Beruf ist eher eine Berufung: ich bin Guide/ Exkursionsleiterin im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel.
Dort habe ich mich gleich nach dem Abschluss meiner Diplomarbeit beworben. Ursprünglich vor allem, um meine Schüchternheit zu überwinden (vor mehr als drei Leuten zu sprechen war für mich fast nicht möglich). Nach einer einjährigen Ausbildung (Vogelkunde, Botanik, Bodenkunde) habe ich sofort eine Exkursion übernommen – sonst hätte ich mich ewig davor gedrückt. Und es hat mir so unendlich viel Spaß gemacht, dass ich das bis heute gerne tue.
Ich mag es, Kindern und Erwachsenen die Natur zu zeigen. Dass man sich vor einem Regenwurm nicht grausen muss. Wie schön ein Blutegel aussehen kann. Wie viele unterschiedliche Vögel es gibt. Was Blumen alles können. Jede Exkursion ist anders, jedes Mal nehme ich selbst etwas davon mit, immer lerne ich etwas dazu.

Beide Berufe lassen sich wunderbar mit meinen Kindern vereinbaren:
Im Museum bin ich „nur“ halbtags beschäftigt. Die Zeit kann ich mir flexibel einteilen.
Im Nationalpark bin ich geringfügig beschäftigt. Meist übernehme ich Exkursionen am Wochenende – natürlich nicht jedes Wochenende, aber ab und zu. Solange ich noch in Karenz bin (noch ein Jahr und eineinhalb Monate) kann ich auch unter der Woche einmal „runter“ fahren, wenn Oma und Opa auf den kleinen Prinzen aufpassen können.

Reich werde ich mit beiden Jobs nicht. Möchte ich aber auch gar nicht 😉

PS:ich hab natürlich auch einen unbezahlten Job – meine Kinder! Job deshalb, weil es einfach auch Arbeit ist, sich um zwei Kinder zu kümmern. Unbezahlt, weil niemand ernsthaft das Kinderbetreuungsgeld als Bezahlung ansehen kann.
Aber selbstverständlich liebe ich auch diesen Job 😍