Nicht, weil ich es nicht wollte. Nein, ich war mir sicher, diesmal würde es klappen. Immerhin hatte ich eine Hebamme, die mir einerseits den Stress im Spital ersparen und mich andererseits beim Stillen unterstützen würde.

Soweit die Theorie. In der Praxis wurde Konstantin einfach nicht satt. Er war ständig hungrig, hat geweint, war genau so unglücklich wie ich und hat fast den ganzen Tag und die halbe Nacht an mir genuckelt. Gemeinsam mit meiner Hebamme haben wir alles mögliche und unmögliche probiert, aber nach zwei Wochen habe ich aufgegeben. Auch dabei war mir Renata eine große Hilfe.

Ich bin zufrieden, so wie es ist.
Konstantin wird satt, auch wenn er deutlich kleinere Portionen isst, als „normal“ wäre.
Ich kann auch mal mit Mia einkaufen gehen und der beste Ehemann und Papa von allen kann Konstantin füttern.
Ich kann den kleinen Mann auch unterwegs – genauer gesagt, wenn wir am Wochenende den ganzen Nachmittag draussen unterwegs sind – füttern. Bei der Kälte stelle ich mir Stillen im Freien ziemlich unangenehm vor.

Manchmal aber fühle ich mich unzulänglich. Wenn sich zum Beispiel meine Freundin mit ihrem kleinen Sohn auf die Couch setzt und das Stillen selbstverständlich und völlig unkompliziert klappt. Dann habe ich das Gefühl, etwas Entscheidendes zu verpassen oder besser: nicht zu schaffen. Und das versetzt mir immer wieder einen Stich.

Den spüre ich auch immer wieder, wenn ich Werbung für „Folgemilch“ sehe/ höre. Ja, ich habe mich für’s Stillen entschieden. Aber ich habe mich auch dafür entschieden, dass Stillen nicht das Wichtigste ist, wenn’s eben nicht klappt. Ich möchte nicht auch noch von blöden Werbespots einschlechtes Gewissen eingeredet bekommen, dass ich das Natürlichste der Welt – mein Kind zu ernähren – nicht hinkriege.

Das Nicht-Stillen ist mittlerweile ein echtes „Vergehen“, kommt mir vor. Aber vielleicht bin ich auch ein bisschen zu dünnhäutig, was das betrifft, weil ich eben doch nicht so ganz im Reinen bin damit.