Christine von der Villa Schaukelpferd hat gefragt, wie das andere Mamas so mit dem Familienbett halten. Also los:

Als Mia zur Welt kam habe ich mit ihr in ihrem Zimmer geschlafen. Ich hatte eine ausklappbare Couch vom Möbelschweden. Dort haben wir zunächst gemeinsam geschlafen. Nach ein paar Monaten ist Mia ins Gitterbett gezogen, das wie ein Beistellbett an meinem Ausklappbett gestellt war. Bis sie neun Monate alt war haben wir so geschlafen. Dann war ihr das Gitterbett zu klein und sie ist auf meine Matratze gekrabbelt. Das war der Zeitpunkt, zu dem wir Mia ein eigenes Bett gekauft haben. Dort hat sie dann alleine geschlafen. Zumindest einen Teil der Nacht.
Als sie etwa zwei Jahre alt war hat sie dann plötzlich furchtbare Albträume bekommen und ist zu uns ins Bett gekommen. Uns hat das nicht gestört, sie hat ruhig geschlafen und nur selten getreten 😉 Und ich konnte sie schnell beruhigen, wenn sie wieder einmal einen Albtraum hatte.

Und dann kam Konstantin. Mia hatte sich alles schön ausgedacht: sie würde weiterhin in der Mitte zwischen uns schlafen, Konstantin in ihrem alten Gitterbettchen als Anstellbett. Leider hat Konstantin nichts davon gewusst. Er wollte nicht im Gitterbettchen sondern bei Mama schlafen. Eh klar, mir war’s auch lieber so nah bei meinem Baby zu sein.Und hat das laut und deutlich klar gemacht. Mia ist daraufhin ausgezogen. Aber selbstverständlich nicht allein – der beste Ehemann und Papa von allen musste mit. Zum Glück haben wir ein Gästebett in Konstantin’s Zimmer. Dort haben die beiden bequem Platz gefunden. Und bis vor zwei Wochen war alles gut, wie es war.
Dann aber wollte Mia partout nicht mehr ohne mich schlafen. Zweimal habe ich nachgegeben, weil sie absolut nicht zu beruhigen war. Aber die Nächte waren einfach nur mühsam.
Wir haben also einen Kompromiss ausgehandelt: Mia schläft unter der Woche beim besten Ehemann und Papa von allen, am Wochenende darf sie bei mir schlafen.
Natürlich hat das nicht mal eine Woche gehalten. Und seit Mittwoch schlafe ich also mit beiden Kindern im Bett: Konstantin im Gitterbettchen, das er mittlerweile sehr zu schätzen weiß (mit Mama halb darin liegend) und Mia neben mir im Bett.
Der beste Ehemann und Papa von allen darf weiterhin in Konstantin’s Zimmer schlafen – er muss ja am nächsten Tag arbeiten gehen. Am Wochenende aber darf ich mich ordentlich ausschlafen – da übernimmt er beide Kinder in der Früh.

Mit diesem Arrangement bin ich nicht sehr zufrieden: jedes Mal, wenn ich den kleinen Mann füttern muss, brauche ich das Licht der Taschenlampe. Und das stört Mia immerhin so sehr, dass sie zwar nicht munter wird, aber doch unruhiger schläft und meine Nähe sucht. Das bedeutet für mich, dass ich nicht nur den kleinen Prinzen füttere, sondern auch die große Prinzessin streichle und anschließend versuche, ein kleines Stückchen Platz im Bett zurückzuerobern.
Das ist ziemlich anstrengend, aber immer noch besser, als mich zwei Stunden lang ins Gästebett zu hocken, um aus meine Große einzureden, sie zu beruhigen oder aufs Wochenende zu vertrösten.

Seit dem Wochenende versuchen wir, die Situation vorsichtig zu verändern: der beste Ehemann und Papa von allen kümmert sich noch stärker um die große Maus, um ihr nicht nur die nötige Aufmerksamkeit zu geben, sonder auch um ihr zu zeigen, dass er ihr größter Verbündeter in der Familie ist. Einer, der weiß, wie lästig so ein Neuankömmling sein kann.
So hoffen wir, dass sie in absehbarer Zeit wieder zum besten Ehemann und Papa von allen schlafen geht und sich dort ebenso wohl und geborgen fühlt wie bei mir.

Prinzipiell bin ich sehr für das Familienbett, weil es bei unseren Kindern gut klappt. Aber jede/r muss das für die eigene Familie selber entscheiden – Familienbett ist sicher keine Patentlösung für jede/n und es gibt genug Vorbehalte dagegen.
Die Frage, die ich am häufigsten höre ist die nach Privatsphäre. Klar haben wir Privatsphäre – sobald die Kinder schlafen sind wir unter uns. Momentan ist das natürlich noch wenig, aber der Kleine wird so schnell groß und wird sicher bald mehr schlafen. Dan haben wir Erwachsenen auch wieder mehr Zeit für uns.

Update, 17. Oktober 2015:
Der beste Ehemann und Papa von allen schläft nun auch bei uns. Eine riesige Erleichterung für mich, da er sich in der Nacht um Mia kümmern kann.
Außerdem hat die große Prinzess eine große Decke bekommen, sodass ihr nachts nicht mehr kalt ist.

Update, 25. November 2015:
Seit ein paar Wochen – genauer gesagt, seit Konstantin so schlimm zahnt, dass er nachts ab und zu mal wach wird und weint – schläft Mia zwar bei mir im großen Bett ein, wird aber vom besten Ehemann und Papa von allen in’s Gästebett geholt, sobald der schlafen geht.
Wir haben also eigentlich zwei Familienbetten 😉
Konstantin zieht bei seiner ersten Fütterung dann zu mir ins Bett, weil dann ja Platz ist.