Eigentlich dachte ich ja, dass wir das hinter uns hätten, weil sie gleich nach Konstantin’s Geburt ziemlich geklammert und geeifert hat. Für einige Wochen war das dann auch kein Thema mehr und ich glaube, dass sie sich kaum mehr dran vorstellen kann, wie es ohne den kleinen Prinzen war.

Jetzt ist unser Kleiner aber seit eineinhalb Wochen viel aktiver und wacher geworden. Und braucht damit auch mehr Aufmerksamkeit und Zeit. Das merkt die Große natürlich auch und es fällt ihr zunehmend schwerer, mich zu teilen. Besonders schwer natürlich dann, wenn ich eine kurze, anstrengende Nacht hatte und wenig Geduld aufbringen kann. Dann wird jede winzige Kleinigkeit zur Herausforderung für uns alle. Besonders das Anziehen und Essen ist wieder ein großes (und anstrengendes) Thema.

Und gerade dann, wenn ich nur mit ihr Zeit verbringe, ist es am schlimmsten. Dann wird gezickt und Grenzen getestet, bis ich nicht mehr weiß, was ich denn nun genau tun soll – nichts ist richtig, nichts passt. Und irgendwann ist meine Geduld dann aufgebraucht.
Aber genau dann braucht sie mich besonders. Meine Geduld und meine bedingungslose Liebe.
Das ist aber leider viel leichter gedacht und gesagt, als wirklich gemacht. Immer wieder ertappe ich mich dabei, ungeduldig und grantig zu werden. Es tut mir schrecklich leid, dass ich nicht genug Geduld aufbringen kann, weil ich zu müde und erschöpft bin, um ihr zu zeigen, dass ich sie immer noch genauso lieb habe.

Mia und KonstantinDass Mia so eifersüchtig ist heißt aber nicht, dass sie ihren kleinen Bruder nicht gern hätte. Wenn sie aufwacht kommt sie immer zu uns, um nachzusehen, wie es ihm geht und um ihm ein Guten-Morgen-Bussi zu geben.

Auch, wenn ich sie vom Kindergarten hole, ist ihr erster Weg zum kleinen Prinzen, um ihn zu begrüßen.
Untertags küsst und knuddelt sie ihn oft, streichelt ihn und spielt mit ihm – so gut das halt mit einem elf Wochen alten Zwergerl geht. Nie muss ich mir Sorgen machen, die beiden für einen kurzen Moment alleine zu lassen – Mia würde ihren kleinen Bruder niemals verletzen. Und sie weiß genau, was ihn alles verletzen würde.

Ich bin mir sicher, dass wir auch diese Eifersucht-Phase gut überstehen werden.
Update, Freitag, 9. Oktober

Die Eifersucht ist eher schlimmer als besser geworden. Seit einer Woche wacht sie nachts nicht mehr auf, weil sie sich fürchtet, sondern weil sie mich sucht, mit mir kuscheln will. Hat sie seit einiger Zeit wieder gut mit Papa im Bett geschlafen kann die plötzlich nur mehr bei mir schlafen.

Bis heute Nacht habe ich mich standhaft geweigert, sie wieder bei mir schlafen zu lassen. Sie wir zwar nicht munter, wenn Konstantin was zu essen bekommt, aber sie schläft dann immer unruhiger, tritt und boxt mich, oder benutzt mich als Kuscheltier. Das und die (eh nur) zwei oder drei nächtlichen Fütterungen rauben mir einfach zu viel Schlaf.

Gestern Nacht hat aber nuchts anderes mehr geholfen, als sie mit zu mir zu nehmen. Sie war durch nichts mehr zu beruhigen, wenn’s der beste Ehemann und Papa von allen versucht hat hat sie sich nur noch mehr aufgeregt, hat um sich geschlagen und getreten. Armer bester Ehemann und Papa von allen! Arme Mama! Arme Maus!

Zum Glück hat der kleine Prinz grade eine gute Phase. So kann ich mich doch ein bissl mehr um die große Prinzessin kümmern. Aber ich hoffe sehr, dass diese Phase sehr bald vorbei geht!