Mia ist nach dem Impfplan geimpft – mit einer Ausnahme: die letzte Teilimpfung der Zeckenimpfung hat sie nicht bekommen. Als sie diese Spritze bekommen sollte, wurde sie gerade operiert. Und nach der Operation mussten wir sehr oft zur Kontrolle – erst wöchentlich, dann alle zwei Wochen, schließlich einmal im Monat. Zu Beginn hat sie jeder Arztbesuch gestresst. Die Impfung haben wir also immer wieder verschoben – so lange, bis ich es vergessen hatte.

Als ich mit Konstantin bei seiner ersten Mutter-Kind-Pass-Untersuchung war, ist es mir wieder eingefallen. Und so hat heute nicht nur der kleine Konstantin seine planmäßigen Spritzen bekommen, sondern auch Mia ihre außerplanmäßige.

Alle, die hier regelmäßig mitlesen, wissen, wie gerne Mia Ärzte hat. Das hat mit ihrer Hochsensibilität zu tun, weil sie Schmerz anders wahrnimmt, als andere. Das wollte ich ihr und auch dem kleinen Mann ersparen, in der Hoffnung, die zukünftigen Arztbesuche werden damit entspannter.

In den letzten beiden Wochen habe ich mich also ein bisschen informiert und bin auf eine lokalanästhetische Salbe gestossen, die unter anderem beim Tätowieren benutzt wird und auch für kleine Kinder beim Impfen verwendet werden kann.

Bevor wir heute in der Früh zum Kinderarzt aufgebrochen sind habe ich also einen Klecks Salbe auf ihren Arm aufgetragen und mit Klarsichtfolie luftdicht abgedeckt.

Bei Konstantin habe ich die Salbe erst im Wartezimmer aufgetragen: die Salbe „besetzt“ das Hämoglobin, das ja den Sauerstoff im Blut bindet und transportiert, und kann so – im äußerst seltenen Fall – zu Atemproblemen führen. Und auch, wenn Konstantin keine Medikamente bekommt und auch sonst ein gesundes Kerlchen mit (für Babies) recht regelmäßiger Atmung ist, wollte ich dennoch auf Nummer Sicher gehen und ihn nicht allzugange der Salbe „aussetzen“.

Als es dann zur Sache ging hat die Salbe viel zu kurz gewirkt und ich habe auch nur ein Pflaster und keine Klarsichtfolie benutzt. Seine Impfung hat er also voll mitbekommen und war auch dementsprechend aufgebracht.

Für Mia machte ich mir also nicht allzu viel Hoffnungen, vor allem weil sie meinte, die Creme würde gar nicht wirken. Ich war enttäuscht. Als sie dann aber abgehört und untersucht war, hat sie nicht mal gemerkt, als sie gestochen wurde! Ich weiß gar nicht, wer von uns beiden mehr überrascht war, als der Herr Doktor meinte, sie wäre schon fertig und dürfte sich aussuchen, ob sie als Belohnung lieber einen Luftballon oder ein Klebetatoo haben möchte.

So entspannt ist meine Große noch nie vom Arzt heimgegangen.

Konstantin wird die Salbe bei seiner nächsten Spritze auch schon vor der „Abreise“ bekommen. Dann ist er schon größer und die Gefahr für Atemprobleme nach der Behandlung gering.

Andrea