Eigentlich darf Mia ja keine Haustiere haben. Zumindest keine, die Haare haben.
Immer schon möchte sie allerdings ein Aquarium. Für ein richtig großes, so wie der beste Ehemann und Papa von allen und ich uns das aber vorstellen (und so eines, wie wir’s schon mal gehabt haben), haben wir aber gar keinen Platz.

Zum Glück mag Mia nicht nur Fische sondern auch Schnecken. Wo immer wir sind, sie rettet „verirrte“ Schnecken und setzt sie wieder zurück in die Wiese/ das Gebüsch. Auch die Schneckenhäuser faszinieren sie und wir haben schon unzählige davon gesammelt. Meistens Weinbergschnecken oder andere Schnirkelschnecken.
Und manchmal möchte sie unbedingt eine lebendige mit nach Hause nehmen, um sich ein paar Tage lang um sie zu kümmern und zu beobachten. Meist eine große – eine Weinbergschnecke. Auch am Wochenende hat sie wieder ein besonders schönes Exemplar gefunden und beschlossen, dass dieses für die nächsten paar Tage bei ihr wohnen darf.
Also haben wir sie in ein großes Rex-Glas gepackt, einige Pflanzen zum Fressen, beknabbern, verstecken, beklettern und alles schön befeuchten, damit sich Schnecki auch wohl fühlt.

Für zweieinhalb Tage hatten wir also ein Haustier. Richtig kümmern kann sie sich ja noch nicht darum, zumindest nicht alleine. Also hab ich mit ihr gemeinsam die Blätter (besonders gern hat sie übrigens die Blätter der Ringelblume gehabt) ausgetauscht, das Glas ausgewaschen und Schnecki geduscht. Das hat sie richtig gern gehabt, sich gestreckt und unterm lauwarmen Wasserstrahl hin- und hergedreht.

Heute hat sie dann Schnecki mit in den Tiergarten genommen und dort unter einem Feigenbusch wieder frei gelassen. Weinbergschnecken (auch Wiener Schnecken genannt) sind in Österreich nämlich geschützt – gefährdet war (und ist) sie vor allem, weil sie als Delikatesse gilt. (Die Schnecken, die wir heute zu Essen bekommen stammen übrigens – wenn alles korrekt läuft – aus Züchtungen.) Zum Glück ist Mia da verständig genug, um das auch freiwillig und gerne zu tun!

Weinbergschnecken (Helix pomatia) gehören zu den Schnirkelschnecken (Helicidae). Sie leben in kalkreichen, lichten Wälder und offenen Lebensräumen. Die meisten Gehäuse sind rechtsgewunden, die wenigen, die andersherum gedreht sind, nennt man „Schneckenkönig“.
Erwachsene Weinbergschnecken sind Vegetarier, vielleicht macht sie das für Mia so interessant 🙂

Der kleine Exkurs in die Biologie war nötig – die Biologin in mir schläft nie 😉

Eure,
Andrea