Das Wetter war auch am Dienstag nicht besser. Nach ein paar Diskussionen über unser heutiges Ziel sind wir ins Ultental aufgebrochen. 

Bei Sankt Pankraz gibt es einen Naturlehrpfad, der gleich hinter der Schule beginnt und sich am Tal entlang Richtung Lana zieht. Bis auf einige Abschnitte geht es gemütlich gerade aus und Mia hat sich auch vom Nieselregen nicht abschrecken lassen, war den ganzen Vormittag auf den Beinen und ist tüchtig gewandert. Nach dem Mittagessen (da war’s dann sogar schon ein bisschen sonnig) hab ich sie ins Tragtuch verfrachtet, wo sie nach etwa 20 Minuten eingeschlafen ist. Leider ist auch der Weg „eingeschlafen“, also im Nichts verschwunden. Nur ein breiter Schotterweg führte zurück auf die Strasse. Dort suche ich mir ein halbwegs gemütliches Platzerl, während der beste Ehemann und Papa von allen zum Auto zurückgeht und uns holen kommt. Schon nach einer halben Stunde taucht er wieder auf – fast zeitgleich macht Mia ihre Augen wieder auf.

Das schöne Wetter wollen wir jetzt aber noch ausnutzen und fahren mit der Seilbahn aufs Vigiljoch und von dort mit dem Sessellift noch ein Stückerl weiter. Auf dem Weg zum „schwarzen See“ finden wir jede Menge Heidelbeeren, die Mia sofort vernascht. 
Leider läuft uns die Zeit ein bisschen davon, schon müssen wir umdrehen, damit wir vor Betriebsschluss wieder beim Sessellift sind. Im Lärchenwald bei der Gondel haben wir dann aber noch ein bisschen Zeit für ein Picknick.
Gegen sieben sind wir dann noch mit unseren Freunden in einer Pizzeria in Bozen verabredet. Die ist gar nicht so leicht zu finden, aber schließlich schaffen wir’s doch noch. 
Der Tag war ziemlich anstrengend und Mia schläft auf der Heimfahrt kurz nach Bozen ein.
Am nächsten Morgen wachen wir schon vor sieben Uhr auf, weil uns die Sonne weckt…:) Das freut mich zwar, trotzdem hätte ich gern noch eine Stunde geschlafen.
Nach dem Frühstück machen wir noch eine Runde durch den Ort, um unser Mittagessen zu besorgen – heute wollen wir auf die Seiser Alm. Die kenne ich noch von meinem ersten Besuch in Südtirol mit meinen Eltern und Geschwistern.
Jetzt ist allerdings nichts mehr mit ruhigem, einsamen Aufstieg: eine gewaltige Seilbahn führt nach oben, wo mehrere asphaltierte Strassen in alle Richtungen (und meist auch anderen Seilbahnen) wegführen! Nachdem sich der erste Schock gelegt hat, überlegen wir, wohin wir am besten fliehen. Der Piz im Nordwesten scheint am geeignetsten – dort sehen wir keine Strasse, kein Auto und vor allem keinen Sessellift. 
Der Weg beginnt gleich hinter der „Panorama-Bahn“ und führt zuerst steil bergab, und dann wieder bergauf. (Hier schläft Mia im Tragtuch ein. Ihr tun die Füsse noch von gestern weh, daher tragen wir sie heute.). Über ein Stückerl Strasse kommen wir schließlich zu einem Schotterweg, der bald schmäler und schmäler wird, bis nur noch ein Trampelpfad übrig bleibt. 
Der sich schließlich auch verliert. Macht aber nix – in der Ferne sehen wir den Wegweiser zurück zur Bergstation. Der Rückweg führt uns über Strassen bis zu dem Feldweg, auf dem Mia zu Mittag eingeschlafen ist – mittlerweile trägt sie aber der beste Ehemann und Papa von allen. Die letzte Seilbahn erwischen wir heute nur knapp, aber unser einsamer Pfad war so schön, dass wir uns Zeit lassen wollten.
„Daheim“ haben wir noch kurz unsere Freunde besucht, um den nächsten Tag zu besprechen, den wir wieder gemeinsam verbringen wollten. 
Heute geht es, nach ihrem Vorschlag, nämlich nach Reinswald. Mia schläft bei Bozen ein, ich habe die (berechtigte) Hoffnung, dass ich sie nicht „schlafen tragen“ muss. 
Mit der Seilbahn fahren wir hinauf und gehen anschließend Richtung Getrum-Alm. Mia’s Füsse haben sich erholt – M’s Gegenwart hat sicher auch viel damit zu tun. 
M’s Opa ist heute dabei, der kennt die Gegend wie seine Westentasche. Durch wunderschöne Almwiesen geht es unserer Mittagsrast entgegen – bis zur Getrum-Alm werden wir’s vor Mittag sicher nicht schaffen, dafür haben die Kinder viel zu viel Spaß beim Blumen- und Steinesammeln, Murmeltieren zuhören und Gämsen zusehen. Das Mittags-Picknick haben wir uns dann redlich verdient. Nachher macht M. auf dem restlichen Weg zur Almhütte sein Nickerchen. Kaum sind wir dort angelangt, wird er genau rechtzeitig munter. Die beiden Kinder und der beste Ehemann und Papa von allen machen den Spielplatz unsicher, bis unsere Jause gebracht wird.
Leider zieht genau jetzt ein Unwetter auf, wir brechen schnell auf, wieder zurück zur Gondel – und haben Glück: wir werden nicht nass! Und obwohl jetzt ab und zu die Sonne wieder herausguckt fahren wir lieber mit der Seilbahn wieder runter, anstatt den zwei Stunden lagen Urle-Steig zu nehmen – man weiß ja nie!
Unten angekommen müssen wir unbedingt noch den Spielplatz ausprobieren – dort gibt es eine Riesen-Rutsche mit der M. und sein Papa noch eine Rechnung offen haben!
Erst als es gegen sechs Uhr wieder zu tröpfeln und schließlich kurz zu regnen beginnt, suchen wir das Weite. M. und seine Eltern mit Opa fahren gleich heim, wir machen noch einen kurzen Halt bei der Burg Runkelstein (Bankerl-Picknick mit tollem Ausblick inklusive). Nur schwer ist Mia davon zu überzeugen, dass wir zurückfahren müssen. Und auch im Hotel ist noch nicht an Schlafen-gehen zu denken. Zuerst muss sie noch ein paar Mal auf der (verkehrsberuhigten Spiel-)Strasse vorm Hotel hin- und herlaufen.

Morgen ist unser Kurzurlaub auch schon wieder vorbei. Wir sind stolz auf unsere große Maus, dass sie so toll mitgemacht hat und so tüchtig mit uns wandern war!
Andrea