Seit einigen Tagen schon ist sie kaum zu bändigen. Sie hält normalerweise schon nicht besonders gerne still, im Moment ist es aber noch um einiges schlimmer als sonst.

Meist schafft sie´s ja irgendwie doch, solange ruhig auf meinem Schoss zu sitzen, bis ich ihr die Hose, die Jacke, die Socken oder die Schuhe angezogen habe. Aber derzeit ist das alles ein kaum enden wollendes Geduldsspiel.

Auch untertags flitzt sie von einem Eck der Wohnung ins andere. Nicht mal, wenn sie eine ihrer Lieblingsserien schaut, steht sie einigermassen still. Sie wandert die Couch entlang, klettert rauf und wieder runter, legt sich halb hin, nur um im nächsten Moment aufzuspringen.
Mich macht das nervös. Und das macht sie nervös. Was wieder mich noch nervöser macht. Und so weiter.

Sie spürt vermutlich, dass wir beiden Erwachsenen grad nicht ganz im Lot sind. Unser Kung-Fu-Trainer geht Mitte Dezember nach England, mit einem „one-way-ticket“, wie er das ausdrückt.
Damit geht der letzte Teil unseres „Vor-Mia-Lebens“ verloren und das wirft uns beide weiter aus der Bahn, als wir zugeben wollen …
Die kleine, sensible Maus hat das aber offenbar sofort mitbekommen.
Jetzt müssen wir also bald einen Weg finden, das ein bisschen zu verarbeiten, sonst werde ich noch verrückt mit ihrem Herumhampeln!