Nicht, dass sie das freiwillig tun würde – dazu ist die Welt doch viel zu interessant! Aber seit letztem Juli, als ich euch das erste Mal von unseren Schlafen-Gehen-Ritualen erzählt habe, hat sich doch einiges geändert – sie ist halt schon ein grosses Mädchen 🙂

Schon kurz vor Weihnachten wurde klar, dass unserer kleinen Wasserratte das Baden so grossen Spaß macht, dass sie danach viel zu aufgedreht ist, um schlafen zu gehen. Da wird aufs Wasser gepatscht, dass es nur so spritzt, die Gummienten werden getaucht, geworfen und wieder getaucht und seit unserem Thermenbesuch zeigt sie uns auch, wie gut sie schon „schwimmen“ kann 🙂 Ausserdem dürfen immer wieder lustige Spielsachen mitkommen, zum Beispiel ein Trichter, der Schneebesen und ein kleines Schüsserl – Mia macht nämlich ihr eigenes Griesskoch 😉
Also haben wir’s um etwa eine Stunde auf 18h vorverlegt, sodass sie danach noch Zeit genug zum Abendessen (Griesskoch) und Spielen, Buch „lesen“ und Runterkommen hat.

Beim (echten) Griesskoch-kochen möchte die kleine Maus natürlich „helfen!“ – sie bekommt also ihren Schemel, ein Reindl und einen Kochlöffel und rührt fleissig mit. In letzter Zeit darf’s auch schon mal Toast oder Nudeln sein, hauptsache, sie darf mitmachen!

Meist ist der Papa dann auch schon zuhause und dann nutzen wir die Gelegenheit zum gemeinsamen Abendessen. Seit Mia in den Kindergarten geht lässt sie sich sogar ein Latzerl anziehen 🙂

Kurz vor dem Schlafengehen darf sie dann noch die Bauernhof-„Tiere schlafen legen“. Das ist eine sehr herzige App für’s iPad, in der sie bei den einzelnen Tieren virtuell das Licht ausknipsen kann, bevor sie selber schlafen geht.
Das macht ihr solchen Spass, dass sie gar nicht mehr damit aufhören möchte und schon lange, bevor das letzte Tier schläft schon „(noch)mal!“ sagt 🙂 Nach zwei Durchgängen ist dann aber endgültig Schlafenszeit, es ist ja immerhin schon zwischen 19:30 und 20:00.

Oft trägt Papa die kleine Maus nach oben, dort werden dann noch die Zähne geputzt, bevor sie in ihr Bettchen verfrachtet wird und zunächst mal dem Papa „Gute Nacht“ sagt. – Auch das mussten wir vorverlegen: Mia spielt viel zu gerne mit ihrem Papa, als dass sie in Ruhe ihr Flascherl trinken würde …
Das bekommt sie dann also, wenn wir beide alleine in ihrem Zimmer sind – das grosse Licht ist ausgeschaltet, statt dessen brennt der (mittlerweile mit Alu-Folie gedimmte) IKEA-Mond über ihrem Bettchen.
Während Mia ihr Flascherl trinkt bekommt sie ihr Gute-Nacht-Lied (immer noch das „Abendlied“) vorgesungen. Wenn sie gar zu munter ist singen wir auch noch ein zweites, entweder „wer hat die schönsten Schäfchen?“, „weisst du, wieviel Sternlein stehen?“ oder „leise Peterle/ Mirjam, leise“. Zum Abschluss das Abendgebet „müde bin ich….“
Meistens ist sie dann zwar hundemüde, aber einschlafen will sie dann doch noch nicht – es könnte ja noch was Spannendes passieren. Aber wenn ich geduldig bleibe und nur wenig (und wenn, dann leise) mit ihr spreche, merkt sie, wie schläfrig sie schon ist, dreht sich zur Wand und gibt dem armen Sandmännchen doch noch nach. Oft mit meiner Hand fest in ihrer. Erst, wenn sie tief und fest eingeschlafen ist, darf ich meine Hand wieder haben. Und erst dann darf ich sie zudecken – wehe, sie bekommt noch mit wie ich ganz, ganz vorsichtig die Decke über sie breite, dann war die ganze Mühe umsonst, weil die Prinzessin einen Wutanfall bekommt …
Bis zu ihrem Eintritt in den Kindergarten hat sie, auch wenn sie in der Nacht einmal (ganz selten ein zweites Mal) ihr Flascherl bekommen hat, in ihrem Bettchen weitergeschlafen bis in die Früh.
Seither ist das aber vorbei. Um spätestens 2 Uhr nehme ich sie mit in unser „grosses Bett“ – manchmal nur unter erheblichem Protest: Mia möchte ja in ihrem Bett schlafen, aber dann soll bitte die Mama an der Bettkante sitzen und ihre Hand halten. Und das geht auf keinen Fall!
Morgens ist sie dann schon um 6:30 putzmunter – als hätte sie einen inneren Wecker.
Wir hoffen inständig, dass sie diese mühsamen Angewohnheiten auch irgendwann mal wieder ablegt, aber noch braucht sie wohl die Bestätigung, dass Mama und Papa ganz in der Nähe sind.