Sogar mir fällt momentan auf, wie schnell sie sich verändert, obwohl ich sie ja ständig sehe 🙂

Mein kleines Plappermäulchen erklärt uns ja schon lange die Welt, aber in letzter Zeit werden ihre Sätze komplexer und sie zieht immer wieder erstaunliche Schlussfolgerungen. Wie groß ihr Wortschatz ist kann ich nicht mal abschätzen, sie lernt jeden Tag so viele neue Wörer, dass ich mit Zählen nicht nachkomme. 
Vor ein paar Tagen hat sie zuerst mich und ein paar Tage später dann uns beide damit überrascht, indem sie ganz alleine von 1 bis 10 gezählt hat. Und nicht nur das, sie versteht auch, was sie da tut – so sagt sie mir zB dass sie lieber 2 als nur einen Schnuller möchte, oder zeigt mir „twei Vögel“ – viel weiter als bis drei versteht sie die Zahlen aber wohl nicht.
Leider ist es schwer, genau das zu demonstrieren, denn sie spricht nur sehr wenig in Gesellschaft von Unbekannten – am ehesten sind ihr die Worte „Hause“ und „Mama“ zu entlocken. Auch im Kindergarten sagt sie so gut wie kein Wort. K. hat mir letztens (auf meine Nachfrage) erzählt, dass sie nur dann ein bisschen redet, wenn sie im Waschraum gewickelt wird und mit einer ihrer „Tanten“ alleine ist.
Aber erst einmal zuhause in Sicherheit erzählt sie mir und ihrem Papa dann, was den Tag über so im Kindergarten passiert ist:
„J. weint – Mia tröstet“ – das kleine Mädl hat im Kindergarten immer wieder geweint, weil sie nach Hause wollte … ob Mia sie wirklich getröstet hat lässt sich nicht nachvollziehen 😉
„K. schimpft! Suppe wegnommen. Schlafen!“ – da hat sie vermutlich so lange beim Essen getrödelt, dass K. wohl das Essen weggeräumt hat, weil Schlafenszeit war …
„Phia sessen! Phia lieb – drücken!“ – am Spielplatz, wo wir eine Woche zuvor gemeinsam mit Phia die eine oder andere Runde auf dem Karussell gedreht haben
„Kind weint – aua hat. Bussi drauf!“ 
„Mama/ Papa auftehen! Munter – JA! Los, auftehen! Unterhose, Socken – da! Antsiehen!“ – so oder so ähnlich werden wir seit ein paar Tagen geweckt 😀 zum Schießen, wenn´s nicht grad sechs Uhr – also noch mitten in der Nacht – wäre …

Ganz besonders süß ist sie, wenn sie anfängt zu singen. Sie kann schon jede Menge Kinderlieder auswendig und alleine singen, ihr Liebling zur Zeit ist „Aramsamsam“ mit der dazugehörigen Performance, aber auch „meine Hände sind verschwunden“ singt sie gerne.

Auch sonst tut sich viel:
Sie geht wie eine Grosse: die Hände braucht sie nicht zum Ausbalancieren, sondern stecken in den Jackentaschen. Und wenn sie mal übermütig ist, gallopiert sie wie ein Pferdchen oder hüft vor sich hin 🙂

Ganz gerne baut sie auch richtig hohe Türme – nur um sie ganz schnell umzuschmeissen, sobald sie fertig sind 🙂
Am Auffälligsten ist aber, dass sie (vor allem seit sie in die Krippe geht) vieles „selba“ machen möchte. Eines ihrer liebsten Spiele ist Mama-/ Papa-Imitieren. 
Dazu braucht man eigentlich nicht viel – nur das Gerät, das Mama oder Papa grade in der Hand halten und schon kann´s losgehen! Dabei ist es ganz egal, ob gerade gekocht, staubgesaugt oder mit den Versuch, sich selbst aus- oder anzuziehen. Beim Ausziehen klappt das schon ganz gut (nur Leiberl oder Pullis sind noch zu kompliziert)! Vor ihr ist kein Schuh, keine Socken oder Hose sicher, alles muss runter 🙂
Das Anziehen ist allerdings gar nicht so einfach, wie das bei den Erwachsenen ausschaut – da muss man richtig gut zielen und dann noch an den richtigen Stellen anziehen, aber bei der Hose und den Schuhen klappt das schon ganz wunderbar 🙂
„Selba“ schlafen und vor allem Duchschlafen ist aber immer noch nicht drin – aber dazu komme ich ein anderes Mal.
Eine besonders tolle Neuigkeit gibt es auch: Mia benutzt immer öfter ihr Topferl oder die Toilette. Nicht immer muss dabei die Hose runter und selbst wenn, heisst das noch lange nicht, dass sich dann auch wirklich was tut. Aber das kann jetzt wirklich nicht mehr lang dauern 🙂
Und schön langsam versucht sie sich an „ich“ und „du“. Das führt natürlich immer wieder zu recht lustigen Situationen. 
Mein/e/s funktioniert mittlerweile schon ganz gut, zB „meine Stofftiere“, „mein Sessel“ oder einfach ganz allgemein „Meines!“ Ganz witzig wird´s wenn wir uns um den Schnuller „streiten“:
Mama: Da ist ja mein Schnuller!
Mia: nein, mein Nuller!
Mama: ja, stimmt, ist ja dein Schnuller 🙂
Mia: ja, mein Nuller!!

Auch ihr Charakter wird immer deutlicher sichtbar 🙂
Im Großen und Ganzen ist sie ein sehr liebes, braves Mädchen, das nur wenig richtig schlimmen Unsinn anstellt, aber mit Allem recht geschickt ist: ob es jetzt das Brotmesser, das iPad, der Staubsauger oder der Schraubenzieher ist, sie weiß innerhalb kürzester Zeit, wie das Ding zu bedienen ist 🙂
Dabei hat’s die kleine Maus faustdick hinter den kleinen Ohren! Sie weiß auch ganz genau, was erlaubt und was verboten ist und probiert immer wieder, ob Mama und Papa auch konsequent sind – oft mit einem so herzig-schelmischen Grinser im Gesicht, dass man sich Mühe geben muss, nicht nachzugeben …
Ganz deutlich wird jetzt auch, dass sie ein sehr vorsichtiges (man könnte auch sagen schüchternes) Kind ist. Fremden Erwachsenen gegenüber ist sie stumm, angetapscht werden mag sie gar nicht, da kann’s schon mal vorkommen, dass sie die Sirene einschaltet. Aber das kann ich gut verstehen, ich würd’s auch nicht wollen! Aber auch fremde Kinder werden erst einmal aus der Ferne betrachtet. Überhaupt ist Zuschauen eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen 🙂 Aber natürlich gibt es Ausnahmen: manche Kinder mag sie einfach, auch wenn sie sie noch nie gesehen hat …

Mal schau’n, wie’s weitergeht mit der kleinen Laus 🙂