Überlegt haben wir’s uns ja schon lange, aber erst jetzt haben wir’s geschafft.
Der Weg hierher hat schon Anfang März begonnen, mit dem Taufgespräch mit dem Pfarrer von St. Klemens, unserer Heimatgemeinde. Der ist freundlicherweise zu uns nach Hause gekommen, um uns zu interviewen und uns die Tauferlaubnis zu bringen.

Erst vor ein paar Tagen war dann der Pfarrer vom Oberberg, Martin Korpitsch, bei uns, mit dem wir den Ablauf besprochen und uns auch sonst sehr gut unterhalten haben.

Alle Besorgungen waren also erledigt: der Termin stand fest, die Kirche samt Pfarrer waren bereit, Tante Anna hat als Taufpatin für eine hübsche Taufkerze gesorgt und Tante Karin hat mit Oma das Taufkleidchen genäht. Die Einladungen waren verschickt und das Gasthaus für die Feier im Anschluss reserviert. Und dann war’s soweit: Samstagabend 🙂

Langsam werd ich doch ein bisschen nervös … Meine Bluse, das Hemd vom besten Ehemann und Papa von allen und die beiden Hosen müssen noch gebügelt werden, alles, was wir morgen dringend brauchen schnell noch an die Türschnalle hängen damit wir nicht am Schluss ohne Taufkleidchen dastehen, die Schuhe putzen und alle Flascherl in den Geschirrspüler stellen, damit unsere Kleine nicht hungern muss, die wichtigsten Kuscheltiere (Winnie Puuh und die beiden Kitties) in Reichweite platzieren ….

In der Nacht schläft die Kleine schlecht, vermutlich spürt sie, dass wir nervös sind. Besonders der beste Ehemann und Papa von allen muss heut Nacht dran glauben, die Kleine drängt ihn fast aus dem Bett. Zu allem Überfluss wacht sie auch noch viel zu früh (um 6 Uhr morgens) auf. Damit der arme beste Ehemann und Papa von allen auch noch ein bisschen Schlaf bekommt, steh ich mit unserer Prinzessin auf, richte Frühstück und beschäftige sie ein bisschen.

Bis 9:30 sind wir alle fertig, Mia hat sich kooperativ gezeigt und sich ganz brav anziehen lassen, sie steigt gern ins Auto und schläft schon bei der ersten Ampel in Schwechat ein.
Schnell noch die Taufpatin abholen, dann husch-husch zur Kirche, wo wir gleichzeitig mit unseren Freunden eintreffen und kurz später auf den Rest der Gesellschaft treffen, die vor der Kirche darauf warten, dass der Sonntagsgottesdienst endet.
Der Pfarrer muss sich aber noch kurz um den Pfarrgemeinderat kümmern und so bringen wir die Verwandtschaft mal in der Kirche unter und gehen weiter in die Sakristei, wo kurze Zeit später auch der Herr Pfarrer eintrifft.

Ganz kurz verzieht Mia das Gesicht, als er sein weisses Gewand anzieht, aber er zeigt ihr schnell die schöne, bunte Stola, auf der Sonne und Mond, einige Blumen und ein Fisch zu finden sind. Sofort ist sie wieder versöhnt und wir können über den Seiteneingang in die Kirche einziehen. Gleich an der Tür begrüßt uns der Pfarrer und fragt uns, warum wir gekommen sind.
Dann gehen wir gemeinsam weiter nach vorn, wo wir uns hinsetzen dürfen.

Besonders schön hab ich gefunden, dass nicht nur der Pfarrer Mia das Kreuz auf die Stirn zeichnet. Jeder soll nach vorne kommen und das Kreizzeichen machen. Das war der Punkt auf der Tagesordnung, bei dem wir uns ziemlich sicher waren, dass unsere Kleine das nicht dulden wird. Aber das genaue Gegenteil war der Fall: Mia sitzt wir eine kleine Prinzessin auf meinem Schoß und empfängt gnädig ihre „Untertanen“.
Auch die Lesung und die Fürbitten nimmt sie gelassen hin und unternimmt hin und wieder sogar einen kleinen Ausflug, um der Oma ihre Erdbeer-Kitty zu zeigen 🙂
Die Salbung und Handauflegung vom Herrn Pfarrer scheint sie sogar ein bisschen zu amüsieren. Es ist aber auch sehr lieb, wie er vor ihr kniet.

Die Taufe an sich gefällt ihr dann aber gar nicht. Dass der Pfarrer zum Taufbecken rübergeht und das Wasser segnet ist ja noch in Ordnung, aber dass sie dann mit dem Wasser bespritzt wird und das nasse Zeug auch noch über den Kopf geschüttet bekommen soll, das ist dann doch zu viel verlangt!
Dabei hat sich Pfarrer Martin extra Mühe gegeben und ihr ein Stockerl hingestellt, damit sie ein bisschen im Wasser spielen kann und abgelenkt ist.
Aber auch das geht vorbei und als wir eine Strophe von „Lobet den Herrn“ singen ist schon wieder alles in Ordnung.

Jetzt darf der beste Ehemann und Papa von allen auch ein paar Schritte weggehen, um die Taufkerze an der Osterkerze zu entzünden. Die Kerze ist richtig spannend: die hübsche Verzierung muss leider dran glauben, aber immerhin ist sie soweit abgelenkt, dass der Pfarrer noch den Effata-Ritus durchführen kann, bevor wir zum Altar gehen, wo Mia ein hübsches Kreuz geschenkt bekommt.

Zum Abschluss gehen wir gemeinsam durch den Kalvarienberg zur Gnadenkapelle.

Und jetzt zum entspannten Teil 🙂 wir fahren gemeinsam zur „Villa Antica“, wo wir was zu essen bekommen 🙂
Mia ist ganz in ihrem Element, wandert von mir zum besten Ehemann und Papa von allen zur Tante Anna zu den Omis und Tanten, sogar unsere Freunde.
Aber irgendwann wird auch das tapferste kleine Mädchen müde und gegen 16h schläft sie auf Omas Arm ein 🙂

Der Tag war, wie ihr euch jetzt überzeugen konntet, einfach schön. Ein ganz grosses „Dankeschön!“ nochmal an Martin Korpitsch, unseren Pfarrer, der sich wirklich viel Mühe mit Mia gegeben hat und einen wunderschönen Gottesdienst gestaltet hat und an alle, die mit uns gefeiert haben!

Alles, alles Liebe,
eure (heute etwas rührseelige) Andrea